Der gefährliche Bodyguard

31 08 2007

Ein Planet wirft sich für uns ins galaktische Kanonenfeuer. Unser stellarer Bodyguard ist…Jupiter. Der Gasriese ist der größte Planet unseres Sonnensystems und damit auch unsere Kometenschutzschild. Das haben zwei Wissenschaftler aus England herausgefunden. Mit seiner Masse, die 300-mal größer ist als unsere (damit meine ich die Erde, nicht manch beleibten Bewohner), zieht er dank seiner Gravitation die Mehrheit aller kosmischen Geschosse – Kometen oder Asteroiden – auf sich. Mutiger Kerl!

Gefährliche Murmel
Bild: members.aon.at

Schickt aber noch nicht eure Liebesbriefe und Handküsse in den Kosmos! Der wuchtige Brummer spielt ein falsches Spiel: Durch seine Anziehungskraft lockt er auch solche Projektile in Richtung Erde, die hier sonst nie einschlagen würden. Sie würden eher seelenruhig und ungestört durchs All flitzen. In ihren Berechnungen fanden die Forscher nämlich raus, das ohne Jupiter in unserem Sonnensystem weniger Kometen bei uns einschlagen würden. Dafür haben sie simuliert, wie 100.000 kosmische Kanonenschläge in über 10 Millionen Jahren durch unsere Galaxie rauschen. Ohne den massigen Burschen wären wir dabei öfter verschont geblieben.

Ich seh schon einen Erpresser-Brief durch den Postschlitz flattern: “ICH WILL EINE EIGENE ATMOSPHÄRE UND ORGANISCHES LEBEN. IHR HABT DREI TAUSEND JAHRE ZEIT, SONST VERSCHWINDE ICH VON HIER!!! Müssen wir jetzt Schutzgeld an den Gasriesen zahlen?





Pumper-Mäuse

30 08 2007

Mäuse sind wahre Bodybuilder. Nur müssen einige von ihnen dafür nicht mal schwitzen! Genetiker und Biochemiker helfen mit einem Protein-Coctail der Muskelmasse auf die Sprünge. Se-Jin Lee, seines Zeichens Molekularbiologe aus Baltimore, ist der Fuentes unter den Mäusetrainern. Seine Nager haben vier-mal größere Muskelpackete als ihre “normalen” Freunde.

Strammer Bursche: Die Muskel-Mäuse strotzen nur so vor Kraft.

Bild: John Hopkins University, Baltimore

Nachdem vor einigen Jahren bereits entdeckt wurde, dass das Protein Myostatin das Muskelwachstum bremst, haben Molekularbiologen es in einigen Mäusen unterdrückt. Und dann, “Pähmm”: Die Nager haben mal eben das doppelte an Muskelmasse zugelegt. Lee ging jetzt noch ein Schritt weiter. Den bereits schon massigen Mäusen gab er das Eiweiß Follistatin. Und wieder, “Booom”: Die Mäuse bekamen erneut doppelt so viele Muskelpackete. Das macht schon viermal stärker! Sein spezielles Training hat er im Online-Journal PLoS1 festgehalten.

Das Doping klappt auch bei Hunden, Schaafen und…tada…dem Menschen. Die Forscher fürchten jetzt, dass diese Methode für den Sport weitererforscht werden könnte – Doping erster Kajüte. Vorranging hoffen sie aber, dass die neuen Ergebnisse helfen werden, krankhaften Muskelschwund zu heilen und Rehabilitationsphasen abzukürzen.





Tausche Wasser für Sex

29 08 2007

Weibliche Samenkäfer haben keine Lust auf Sex. Das hat einen ganz einfachen Grund: Der männliche Vertreter hat winzige Stacheln an seinen Genitalien, die das Weibchen beim wilden Käfer-Sex verletzen. Klar, dass die da eher unmotivert und nicht öfter als unbedingt nötig für Nachwuchs sorgen wollen. Das leuchtet sogar dem Spiegel ein.

Die Natur, oder besser gesagt das Männchen, hat deshalb einen Trick entwickelt: Es pumpt mit seinem Ejakulat gleichzeitig einen Schwall Wasser in die beglückte Dame. Die freut sich natürlich über den willkommenen Durstlöcher und lässt die Prodzedur über sich ergehen. Durstige Weibchen sind also rolliger.

Warum die Damen aber nicht einfach trinken um an mehr Wasser zu kommen, ist noch relativ unklar. Bekannt ist nur, dass die Käfer in einer Region leben, die sehr trocken ist. Das Männchen hat so mit seinem “Wasserspender” einem großen Vorteil. Also immer eine Flasche Wasser bereit halten. MaNN weiß nie, wer bestochen werden muss.

Bild: University of Exceter





Affen-Mafia terrorisiert Dorfbewohner

28 08 2007

Die kriminelle Energie von Affen wird unterschätzt. Es geht um eine perverse Affen-Bande. Ja, ihr habt richtig gehört. Auch unter den kleinen, harmlos scheinenden Trockennasenaffen gibt es skrupellose Randalierer und ekelerregende Lustmolche. Derzeit wird ein Dorf in Zentralkenia von einer Affen-Mafia heimgesucht. Weibliche Feldarbeiter berichten unter Tränen, wie die Tiere ihre Genitalien freilegen, sie mit frivolen Gesten provozieren, ihnen an die Brüste grapschen und sie mit Steinen bewerfen. Die skrupellosen Trockennase machen nicht mal vor hilflosen Vogelscheuchen halt! Die Dorfbewohner sprechen sogar von einer regelrecht organisierten Bande, die Späher zum Auskuntschaften losschickt. Pläne ein Monkey-Squad zu bilden, verliefen im Sand.

Wer hat Angst vorm Affen-Mann?
Bild brightsblog.wordpress.com

Der Spiegel berichtet, nachdem die BBC das sensible Thema an die Öffentlichkeit gebracht hat. Der Ministerpräsident von Kenia erntete im kenianischen Parlament nur Spott und Hohn, als er vorschlug, mit einer Sofortinitiative das wilde Affen-Theater zu unterbinden. Der Kenianische Wildlife Service wird jetzt das Geschehen untersuchen. Aber was in Kenia passiert, kann überall geschehen. Seid wachsam!





Wiki-Schwachsinn

23 08 2007

Manchmal treiben mich Wikipedia-Einträge in denWahnsinn. Wer nicht schon alles einen Wikipedia-Eintrag hat: Virtuelle Heinis wie Super Mario, Neo und jetzt auch nocht Justine Ezarik. Wie ihr kennt Justine aus Pittsburgh nicht? Genau! Wer will so einen Mumpitz lesen?

Die US-Bloggerin kam zu fragwürdigen Ruhm, weil sie mit 30.000 Kurznachrichten eine 300-Seiten lange iPhone-Rechnung produziert hat. Respekt! Das riesen Paket hat sie gefilmt und ins Internet gestellt. Das wurde im letzten Monat bis zu 2,5 Millionen Mal geklickt.

Es folgte, was im Web 2.0 nicht fehlen darf: Der Siegeszug durch Wikipedia. Dort erfährt man(N, da wahrscheinlich 99,9 Prozent der Leser sabbernde Männer sind) dann welches Auto sie fährt – einen Subaru Impreza -, wo sie schon im Urlaub war (und wahrscheinlich hätte bleiben sollen) und eine Menge anderes unnützes Zeug. Danke Wikipedia! Wann bekomm ich eigentlich meinen Eintrag?

Bild: welt.de





Geek arts

23 08 2007

Das Internet erobert jetzt auch die Haut. Die Geeks, nerds, freaks, Streber und pc-space-mutanten dieser Erde entdecken ganz wilde, neue Dimensionen: Tattoos. Im wilden Wahn lässt sich die Generation@ so ziemlich alles in die Haut ritzen, was nur irgendwie strange genug ist. Der gute alte Streifencode von Netto ist da schon Standard. Der eigene Name in binäre Zahlen, Programmiersprachen, Koordinaten ihres Standorts (wahrscheinlich weil sie nicht mehr wissen, wo sie sind), die Zahl Pi und sogar Strukturformeln verschiedener Moleküle gewinnen an Boden – äh Haut. Egal ob Penicilin, Serotonin oder Koffein.

Einer der Herren hält sich für den Abgesannt von Harry Potters Erzfeind Lord Voldemort und einer fürchtet als Vampir offenbar Silbernitrat! Nichts ist den geeks abgedreht genug. Nicht mal die Gesetze der allmächtigen Mathematik! Mein persönlicher Favorit: der Windows Blue Screen auf dem Oberarm. Oder der wirklich ehrliche Herr hier. Auffällig nur: alle frisch markierten sind an Sonderstatus kaum noch zu überbieten.

Bild: jeffrash.com

Und damit einige der geeks auch ja nicht ihre geliebte Spiel-Hölle verlassen müssen, hilft Knut 2002 aus. Die Maschine wird auf den Arm geschnallt und ritzt jedes Muster, das auf einem Monitor gezeichnet ist, auf den Arm.





Höhenflug für´s Ego

22 08 2007

Mein Ego hat die Größe eines Zeppelins. “Das ist nichts neues”, hör ich schon einige denken, darum soll es aber jetzt mal nicht gehen. Ich meine vielmehr mein journalistisches Ego. Nachdem ich das erste Mal als Quelle zitiert wurde, nun das: Das erste Plagiat! Am 20. August habe ich nach mühsamen Stunden der Recherche und Schreibkunst eine Pressemitteilung über Sonnenneutrinos veröffentlicht. Ein Redakteur hat mir dann heute einen Artikel ausgedruckt, der zu 90 Prozent meinen Artikel als sprachliches, sowie fachliches Gerüst benutzt. Wäre ja kein Problem, (der Artikel ist ja auch wirklich gut) wenn nicht der Verweis auf meine PRI (Fachjargon) fehlen würde. Nach einem Anruf bei dem Chefredakteur des betreffenden Magazins wird der Sachverhalt nachgeprüft. Da dieser aber gestern nicht CVD war, wird wahrscheinlich ein eifriger Praktikant (die Ironie ist mir bewusst!) etwas zu frei zitiert haben, ohne eigentlich zu zitieren.

Bild: forumakad.pl





Power-Milbe mit Weltrekord

21 08 2007

Milben sind wahre Muskelprotze. Die spezielle Hornmilbenart aus Puerto Rico Archegozetes longisetosus stellt gemessen an ihrer Körpergröße einen neuen Kraftrekord auf und deklassiert sogar den ehemaligen Titelverteidiger Ameise zu einem schlaffen Luschie. Der Rekord spricht für sich: Die nicht mal einen Millimeter große Milbe kann sich mit einer Kraft, die das bis zu 1200-fache ihres eigenen Körpergewichts beträgt, festhalten. Im Vergleich nochmal dazu der bisherige Titelträger: Ameisen tragen das 50-fache ihres Gewichts mit den Mundwerkzeugen.

Deutsche Biologen haben gemessen, wie viel Kraft die Milben aus dem fernen Puerto Rico aufbringen können. Mit einer feinen Nadel versuchten sie die Krabbler von einer rauhen Oberflächen abzuziehen und konnten so messen, wie stark sich diese an der Fläche festkrallen. Das Paper wurde im Journal of Experimental Biology veröffentlicht.

Bild: Uni Tübingen





Softcore Tetris

20 08 2007

In der Ruhe liegt die Kraft. Die kanadische Spieleschmiede Frozen North Production hat eine neue Version des Spiels Tetris entworfen. In dem neuen Spiel, BioBlox genannt, sausen die Steine schneller herunter, wenn auch der Puls des Spielers schneller hämmert – und bestraft somit notorische Adrenalinjunkies. (Links die Strukturformel von Adrenalin, Bild: seo-marketing-blog.de)

Der Spieler legt dafür eine Hand auf ein extra Gerät, dass seinen Puls misst. Je schneller der Puls, desto schwieriger wird´s. Ist der Gamer jedoch relaxt wie auf einem Kaffeekranz am Sonntag, schweben die Steine in Zeitlupe herunter. Vorteil: Adrenalin-abstinenter Mönch.

 





Lost in web

17 08 2007

Tokios U-Bahnen sind der Horror. Stopfen, quetschen, drängeln – der Trip zur Arbeit hat alles, was ein erstklassige Wrestling-Match im Fernsehen zu bieten hat. Der Ort, an dem sonst nur Verzweiflung, Wut und Körpergeruch gedeihen, hat jetzt die so genannten Informations Architekten Japan inspiriert. Auf ihrem Blog stellen die einfallsreichen Web-Designer ihre Web trend map vor, die wie ein U-Bahn-Plan einige Webphänomene verbindet und an Komplexität nur vom Gordischen Knoten übertroffen wird.

Die Online-Version kann übrigenz auch als Startseite genutzt werden! Klickt man dann auf einen der Knotenpunkte, gelangt man zur jeweiligen Homepage.

Bild: menshealth.de

Kleine Insider-Anekdoten haben die Entwickler auch parat: Google zog vom Yuppi-Viertel ins Yakuzza-Revier, Youtube zog ins Pop-Kultur-Viertel Shibuya und Skype hat eine Position erobert, die esgar nicht gibt.