Mathematik beweist Ninja Turtles

26 10 2007

Liegen Schildkröten erstmal auf dem Rücken, sind sie verloren. Während die Beinchen und Ärmchen in der Luft baumeln, sind die umgekippten Panzer-Krabbler ein gefundenes Fressen. Dennoch schaffen es einige Arten, sich wieder aufzurichten. Eine ungarischer Mathematiker hat jetzt nach 12 Jahren Forschung herausgefunden, wie die Tiere das schaffen.

2006 entdeckte Gábor Domokos einen stylischen dreidimensional Körper, der egal wie man ihn auf eine Oberfläche stellt, immer auf der selben Stelle zum Liegen kommt, seinem Schwerpunkt.

Das “Steh-auf-Männchen” heißt Gömböc und sieht aus wie eine Mischung aus Faustkeil und Stempel. Von der Ähnlichkeit mit einem Wassertropfen, wie auf Spiegel-Online beschrieben, möchte ich mich an dieser Stelle distanzieren.

Gömböc: Stehaufmännchen mit nur einem Schwerpunkt. Bild: Gabor Domokos

Domokos kam dann nach einem Spaziergang auf die Idee, seinen Gömböc mit Formen in der Natur zu vergleichen. Relativ schnell wurde er dann auf die Panzer der Schildkröten aufmerksam und scannte in einem Versuch die Panzer von 30 Tieren am Computer ein. Nachdem die Schildkröten auch zum Roll-Versuch angetreten sind, die große Überraschung: Je nach Panzerform und- höhe hatten die Tiere unterschiedliche Rolltaktiken. Trotzdem schafften es nur jede dritte Schildkröte sich von alleine aufzurichten.

Die Sternschildkröte rollt ganz einfach wieder vom Rückstrampler in den Bauchkriescher zurück. Ninja-Turtle Bewegung sozusagen. Warum sie es so einfach hatten: Ihr Panzer ähnelt am meisten dem Gömböc – oder ähnelt der Gömböc nicht eher dem Panzer? Die alte Henne-Ei-Frage.

Nutzt den Gömboc-Trick: die Sternschildkröte. Bild:AP

Knapp 12 Jahre geforscht, um dann herauszufinden dass die geniale Idee schon knappe 250 Millionen Jahre alt ist. “Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug, als wie zuvor.”