Transsexualität als letzter Schutz vor gewalttätigen Übergriffen: Was klingt, als ob es aus einem türkischen Dorf stammt, hat sich in Wirklichkeit die Natur einfallen lassen. Wie der ORF und der New Scientist berichten, greifen Afrikanische Feldermauswanzen angesichts brutaler und radikaler Sexübergriffe zur Transsexualität. Grund für das tierische „make-over“: Das Männchen rammelt im wahrsten Sinne, als ob es kein Morgen gibt. Beim Begattungsakt nimmt sich das Wanzenmännchen nämlich nicht der Vagina des Weibchens an, sondern bohrt seinen scharfen Penis einfach in den
Unterleib der Dame und leitet sein Sperma direkt ins Blut ein, von wo es in die Eierstöcke gelangt. Von Romantik keine Spur! Und Kuscheln hinterher ist auch nicht drin.
Wäre wohl lieber Jungfrau: die Fledermauswanze.
Bild:tolweb.org
Mit diesem grausamen Akt, einer „traumatischen Begattung“ (K. Reinhardt), begründen die Forscher um Klaus Reinhardt von der Universität in Scheffield, dass einige Weibchen seltsame Strukturen am Hinterleib ausbilden, die sie „Para-Genitalien“ tauften. Diese Bereiche sind weicher als der Rest des Hinterleibs und führen den scharfen Wanzenrammler in schwammiges Gewebe. Der Trick klingt genial und auch ganz sinnig.
Jetzt startet aber erst das Verwirrspiel, denn die „Para-Genitalien“ haben sich einfallen lassen, …na wer wohl?…nicht Michael Jackson, Nein!, die Wanzenmännchen! UH!? ÄH!? Die Forscher haben nämlich „Rammel-Vernarbungen“ auch am männlichen Hinterleib entdeckt, wie sie sonst nur die Dame hat. Die männlichen stammen aber auch vom brutalen Akt, weil sich Männchen auch mal im Eifer des „Lust-Gefechtes“ das scharfe Genital gegenseitig in den Rücken bohren. Mit wahrer Liebe unter Männern hat das nichts zu tun. Um den gleichgeschlechtlichen Rückenrammlern zu entgehen, bildeten einige Kerl-Wanzen so genannte „Abwehr-Genitalien“ aus, die die ursprünglichen weiblichen Begattungsorgane nachäffen.
Die Weibchen also gar nicht dumm und kopieren das „Abwehr-Genital“, und voila: Ein Para-Genital! Die Forscher beobachteten 43 Wanzenladies, von denen 38 ein solches „Verwirr-Loch“ ausbildeten. Hoffentlich haben die Forscher bei den ganzen „Verwirr-und-Abfang-Löchern“ auch den Überblick behalten, wer männlich und wer weiblich ist.
Ich schließe mich da ganz der Position von „einbeinigegöttin“ im ORF.at Forum an: „bin ich froh dass ich keine Afrikanische Fledermauswanze bin …