Einmal Mars und zurück – zum Spaß

26 09 2007

in Marsflug ist kein Zuckerschlecken. 520 Tage auf nur 200 Quadratmetern leben, zusammen mit vier Russen: Urlaub klingt anders. Dennoch haben sich bisher 5340 Menschen für das Isolationsexperiment der ESA beworben, dass die Durstrecke einer Reise zum Mars simuliert. Russland plant ab 2035 einen Marsflug und ist offensichtlich besorgt, dass sich die Besatzung während der fast 2 Jahre langen Reise gegenseitig an die Gurgel geht. Deshalb gibt es erstmal ein gepflegtes russisches „Big Brother“, nur halt mit wissenschaftlichem Interesse.

Kameras und Sensoren werden aufzeichnen, wie sich die insgesamt sechs Freiwilligen in den vier Containern in Moskau schlagen – hoffentlich nur im übertragenen Sinne. Das Projekt „Mars500“ soll so realistisch wie möglich sein. Es gibt ein Wohnmodul mit Kommandobrücke, Schlafkojen und Küche, ein medizinisches Labor, einen Fitnessraum, eine Vorratskammer sowie ein Landemodul, in das sich Versuchskaninchen bei der gefälschten Ankunft auf dem Mars setzen werden – wie damals die USA auf dem Mond.

Auch die Verzögerung von Funksprüchen von etwa 20 Minuten und die begrenzte Nahrung werden simuliert. Gott sei Dank (und zum Wohle der eingesperrten Seelen), müssen die sechs nicht auch noch ihren eigenen Urin trinken! Eine Maschine, die ihn wie in einem echten Raumschiff trinkbar aufbereiten sollte, wird wohl technisch nicht umgesetzt. Glück gehabt!

Zum Banjo spielen kommen die sechs “Freizeit- Astronauten” eher nicht.
Bild:
ice.org

Bewerben könnt ihr euch hier! Viel Erfolg und schickt mir bitte eine Postkarte aus dem russischen Blechknast;)