Wanze wechsel dich

20 09 2007

Transsexualität als letzter Schutz vor gewalttätigen Übergriffen: Was klingt, als ob es aus einem türkischen Dorf stammt, hat sich in Wirklichkeit die Natur einfallen lassen. Wie der ORF und der New Scientist berichten, greifen Afrikanische Feldermauswanzen angesichts brutaler und radikaler Sexübergriffe zur Transsexualität. Grund für das tierische „make-over“: Das Männchen rammelt im wahrsten Sinne, als ob es kein Morgen gibt. Beim Begattungsakt nimmt sich das Wanzenmännchen nämlich nicht der Vagina des Weibchens an, sondern bohrt seinen scharfen Penis einfach in den tolweb.orgUnterleib der Dame und leitet sein Sperma direkt ins Blut ein, von wo es in die Eierstöcke gelangt. Von Romantik keine Spur! Und Kuscheln hinterher ist auch nicht drin.

Wäre wohl lieber Jungfrau: die Fledermauswanze.

Bild:tolweb.org

Mit diesem grausamen Akt, einer „traumatischen Begattung“ (K. Reinhardt), begründen die Forscher um Klaus Reinhardt von der Universität in Scheffield, dass einige Weibchen seltsame Strukturen am Hinterleib ausbilden, die sie „Para-Genitalien“ tauften. Diese Bereiche sind weicher als der Rest des Hinterleibs und führen den scharfen Wanzenrammler in schwammiges Gewebe. Der Trick klingt genial und auch ganz sinnig.

Jetzt startet aber erst das Verwirrspiel, denn die „Para-Genitalien“ haben sich einfallen lassen, …na wer wohl?…nicht Michael Jackson, Nein!, die Wanzenmännchen! UH!? ÄH!? Die Forscher haben nämlich „Rammel-Vernarbungen“ auch am männlichen Hinterleib entdeckt, wie sie sonst nur die Dame hat. Die männlichen stammen aber auch vom brutalen Akt, weil sich Männchen auch mal im Eifer des „Lust-Gefechtes“ das scharfe Genital gegenseitig in den Rücken bohren. Mit wahrer Liebe unter Männern hat das nichts zu tun. Um den gleichgeschlechtlichen Rückenrammlern zu entgehen, bildeten einige Kerl-Wanzen so genannte „Abwehr-Genitalien“ aus, die die ursprünglichen weiblichen Begattungsorgane nachäffen.

Die Weibchen also gar nicht dumm und kopieren das „Abwehr-Genital“, und voila: Ein Para-Genital! Die Forscher beobachteten 43 Wanzenladies, von denen 38 ein solches „Verwirr-Loch“ ausbildeten. Hoffentlich haben die Forscher bei den ganzen „Verwirr-und-Abfang-Löchern“ auch den Überblick behalten, wer männlich und wer weiblich ist.

Ich schließe mich da ganz der Position von „einbeinigegöttin“ im ORF.at Forum an: „bin ich froh dass ich keine Afrikanische Fledermauswanze bin … 





Belgien unterm Hammer

19 09 2007

Beinahe hätte ein Benelux-Staat den Besitzer gewechselt. Im Internetsauktionshaus Ebay wurde seit Samstagabend Belgien, „ein Königreich in drei Teilen“, zum Verkauf angeboten. Als Schmankerl gab es den Kronmonarchen, seine Ländereien und 220 Millionen Euro Staatsschulden obendrauf! Die Waffellutscher, Pommeserfinder und Comicmaler haben immerhin Ikonen wie Jean-Claude Van Damme hervorgebracht – der übrigens auf den Nobelpreis hofft in der Kategorie „Menschen zerhacken mit eisernen Pobacken“.

Nachdem die Höchstgebote mittlerweile eine Summe von 10 Millionen Euro erreicht hatten, haben die Ebay-Spielverderber das Angebot gelöscht. Der Anbieter und Scherzbold war Gerrit Six, seines Zeichens Lehrer und ehemaliger Journalist in Belgien. Quad erat demanstrandum: Journalisten haben Witz. Six wollte mit der Auktion auf das politische Sandkastengezanke in seinem Heimatland aufmerksam machen, in dem selbst 100 Tage nach den Parlamentswahlen am 10. Juni, die Parteien es nicht geschafft haben, eine Regierung zu bilden.

 Wahrzeichen verscherbelt.Bild: inauspicious.org

Das wäre allerdings nicht das erste Mal gewesen, dass skurrile Objekte der Begierde bei Ebay den Besitzer wechseln. So ging schon mal ein Star Wars Land Speeder für 13 000 Dollar über den digitalen Ladentisch, ein russische MIG 21 für 231 000 Dollar und Dosen-Früchtekuchen aus dem Ersten Weltkrieg. Außerdem wurde das Original Fenster, aus dem JFK erschossen wurde, für satte drei Millionen Dollar verscherbelt. Aber wer zum Teufel bietet für eine frisch erblühte Herpesblase 8,50 Euro? BODENLOSER WUCHER!!





Bienen-Bande verstopft Hornissen-Hintern

18 09 2007

Honigbienen stehen auf Insekten-Hintern. Um sich vor ihren natürlichen Feinden, den orientalischen Hornissen zu wehren, haben sie eine besondere Taktik entwickelt: Sie ersticken die fiesen Widersacher im Gruppengetümmel. Griechische Forscher um Alexandros Papachristoforou von der Universität von Thessaloniki haben auf Zypern beobachtet, wie sich ein Rudel Bienen um die riesigen Eindringlinge ballen und gezielt mit ihren Körpern die Atemöffnungen am Hinterleib der fiesen Stecher verstopfen. Die Hornissen können dann keine frische Luft mehr mit ihrem Hintern in den Körper pumpen und ersticken qualvoll und durch den Bienenschwarm auch noch überhitzt.

 Hält sich für einen ganz tollen Stecher. Bild: istockphoto.com

Im Amtsdeutsch ein so gennantes „sozial verträgliches Hintern-Erstickungs-Ableben im Feindkampf“. Kleine Bienen, große Wirkung. Ob sich Willy, wohl für die Maya dem Kampf gegen eine übermächtige Hornisse gestellt hätte?





Mysteriöse Diät: Physiker greifen zum Zäpchen

13 09 2007

Die konstante Physik der Welt wird erschüttert. Oder sagen wir eher entschlackt: Das Urkilogramm, Maß aller gewichtigen Dinge, das erste Kilogramm überhaupt, nimmt ab. Und keiner weiß warum. Seit dem das Urkilogram aus Platin-Iridium 1889 in zylindrische Form gegossen wurde, und seitdem unter drei Glaskuppeln haust, hat es 0,00005 Kilogramm an Masse verloren. Dabei wird es nur alle 40 Jahre aus seinem Tresor geholt! Der Mysteryfaktor ist aber: Warum? Es existieren 80 Kopien des Urklumpens, alle sind unter gleichen Bedingungen gelagert, aber nur das Original nimmt ab. Seltsam.

Physiker weltweit haben aber schon lange die Nase voll. Alle anderen sechs Basiseinheiten sind nach festen Naturkonstanten definiert, verhalten sich pflegeleicht und immer gleich nur das Kilogramm tanzt aus der Reihe. Deshalb treffen sich Physiker im November in Paris und wollen eine Alternative finden.

Das Zäpchen gegen Gewichtsprobleme
Bild: Institut für Kristallzüchtung

Nachdem Ionen zählen mittlerweile verworfen wurde, drängt ein festdefinierter Kristall aus Siliziumatomen als Kronprinz auf den Thron. Und welch ein schöner Kronprinz das ist! Der Vorschlag von Forschern aus Braunschweig sieht aus wie ein riesiges Zäpfchen. Na Holla! Die Physik geht neue Wege. Ganz nach dem Motto: Form follows function. Da hofft wohl jemand, dass sein Vorschlag abgeht wie ein Zäpfchen.





Passionsfrüchte – im wahrsten Sinne

12 09 2007

 

Affen klauen gern, aber mit gutem Grund. Australische Forscher haben in einem westafrikanischen Dorf beobachtet, wie drei Schimpansen-Männchen auf bis zu 22 Raubzügen pro Monat Früchte von Feldern mopsten. Im Anschluss schenkten sie dann oft die ergatterten Früchte den Affen-Weibchen, aber nicht nur aus reiner Großzügigkeit: Als Belohnung winkte der erhoffte Paarungsakt.

 

Liebestoller Affe: Er tauscht Obst gegen ZuwendungBild: img.stern.de

 

Und siehe da! Abseits der Gruppe und vom Alpha-Männchen wurde gerammelt, was das Zeug hält. Wer kann den Affen da ihren (L)Diebes-Akt übel nehmen. Die Frucht-Machos hatten so sogar teilweise mehr Sex, als das sagenumwobene Alpha-Männchen. Hier der Artikel im New Scientist. Eine einzelne Papaya hat den Räubern manchmal gleich Tür und Tor geöffnet. Liebe geht halt doch durch den Magen.





Gehirnfasching bei Liberalen

10 09 2007

Konservative haben andere Gehirnmuster. Das hat David Amodio von der Universität von New York mit einem EEG beobachtet. Er hat die Gehirnströme an einer Stelle gemessen und somit beobachtet, wie aktiv der sogenannte vordere cinguläre Cortex ist. Dieser Bereich im Gehirn regelt, wie ein Mensch mit neuen Situationen und Konflikten umgeht. Die Teilnehmer sollten ihre politische Gesinnung selbst einschätzen und sollten dann auf überraschende Situationen reagieren.

Während die liberalen Gemüter dabei ein Feuerwerk im Cortex abfackelten, schlief das konservative Gehirn eher dahin. So kam es dann auch, dass die Liberalen bei 500 Versuchen etwa 50 Fehler weniger machten, als die “konservativen” Probanden.

Sitz der politischen Gesinnung?
Bild.fz-juelich.de

Die Forscher schließen daraus, dass liberale Gemüter sich besser auf eine neue Situation einstellen können, als die Kon´s. Klingt ja nicht überraschend. Gruselig sind nur die Vorstellungen der Wissenschaftler: In Zukunft könnte ein Gehirnscan dann die politische Gesinnung ablesen und das Wahlergebnis vorhersagen. So könnte aber wenigstens keiner mehr mogeln – siehe Bush Jr.





Klima-Krise auf dem Pluto!

6 09 2007

Die NASA hat einen außerirdischen Hilferuf erhalten. Die Radio-Signale stammen vom Zwerg-Planeten Pluto, der ja seit letztem Jahr nach neuer Definition der Internationalen Astronomischen Union kein Planet mehr ist. (Daher auch das Wort des Jahres 2006 in der englischen Sprache: “to pluto”; jmd. oder etw. herabsetzen)

Die Hilfeschreie aus den Tiefen des Weltalls verlangen nach Hitze- Glühbirnen, um dort die Globale Eiszeit zu bekämpfen. Weil der Pluto so weit weg von der Sonne ist, bekommt er auch weniger Licht und Wärme als wir. Daher der umgekehrte Effekt. Eine interstellare Klima-Katastrophe!! Wer schuld ist, muss noch geklärt werden.

Schreit er nach Hilfe? Bild:weeklyworldnews

Das Magazin “Weekly World News” war als einziges Medium weltweit investigativ genug, um diese “wahre Begebenheit” auszugraben. Leider wird die skurille Gazette seit dieser Woche nicht mehr gedruckt. Daher kann nur der Internetauftritt zum Spendenruf schlagen. Die Weekly Word News hatte bereits auf Titelseiten herausgefunden, dass Abraham Lincoln eine Frau war, und dass George W. Bush während seines Wahlkampfes im Jahr 2000 von Aliens unterstützt wurde. Ich wusste es die ganze Zeit!!





Höhlen-Marsianer

4 09 2007

Der Mars hat ein bodenloses Loch. Das dachten Astronomen zumindest, seitdem sie im Jahr 2000 einen schwarzen Fleck auf der Marsoberfläche entdeckten. Ein Kometeneinschlagskrater wurde sofort ausgeschlossen, da kein Kraterwall am Rand da ist, wo sich die Erde beim Aufschlag auswölbt. Die Forscher hatten gehofft, dass es sich dabei um eine 150 Meter tiefe Höhle handelt, die prinzipiell gute Vorraussetzung für Leben bietet. Marshöhlen, wo die grünen Männlein ihre Zivilisation ausbauten. Die FAZ berichtet.

Höhleneingang der Marsmenschen? Bild: NASA/JPL/University of Arizona

Eine neue Aufnahme trübt jetzt aber die Fantasien: Es ist “nur” ein tiefer, sehr tiefer Schacht - mindestens 80 Meter tief. Die Astronomen tauften den Schlund auf den Namen “Jeanne”. Sechs andere schwarze Flecke wurden “Dena”, “Chloe”, “Wendy”, “Annie”, “Abbey” und “Nikki” genannt.

Offenbar dachten die Sternengucker dabei an ihre Frauen, die viel Geld und Zeit verschlingen – ganz so wie die schwarzen Flecken und ihre Forschung.





Der gefährliche Bodyguard

31 08 2007

Ein Planet wirft sich für uns ins galaktische Kanonenfeuer. Unser stellarer Bodyguard ist…Jupiter. Der Gasriese ist der größte Planet unseres Sonnensystems und damit auch unsere Kometenschutzschild. Das haben zwei Wissenschaftler aus England herausgefunden. Mit seiner Masse, die 300-mal größer ist als unsere (damit meine ich die Erde, nicht manch beleibten Bewohner), zieht er dank seiner Gravitation die Mehrheit aller kosmischen Geschosse – Kometen oder Asteroiden – auf sich. Mutiger Kerl!

Gefährliche Murmel
Bild: members.aon.at

Schickt aber noch nicht eure Liebesbriefe und Handküsse in den Kosmos! Der wuchtige Brummer spielt ein falsches Spiel: Durch seine Anziehungskraft lockt er auch solche Projektile in Richtung Erde, die hier sonst nie einschlagen würden. Sie würden eher seelenruhig und ungestört durchs All flitzen. In ihren Berechnungen fanden die Forscher nämlich raus, das ohne Jupiter in unserem Sonnensystem weniger Kometen bei uns einschlagen würden. Dafür haben sie simuliert, wie 100.000 kosmische Kanonenschläge in über 10 Millionen Jahren durch unsere Galaxie rauschen. Ohne den massigen Burschen wären wir dabei öfter verschont geblieben.

Ich seh schon einen Erpresser-Brief durch den Postschlitz flattern: “ICH WILL EINE EIGENE ATMOSPHÄRE UND ORGANISCHES LEBEN. IHR HABT DREI TAUSEND JAHRE ZEIT, SONST VERSCHWINDE ICH VON HIER!!! Müssen wir jetzt Schutzgeld an den Gasriesen zahlen?





Pumper-Mäuse

30 08 2007

Mäuse sind wahre Bodybuilder. Nur müssen einige von ihnen dafür nicht mal schwitzen! Genetiker und Biochemiker helfen mit einem Protein-Coctail der Muskelmasse auf die Sprünge. Se-Jin Lee, seines Zeichens Molekularbiologe aus Baltimore, ist der Fuentes unter den Mäusetrainern. Seine Nager haben vier-mal größere Muskelpackete als ihre “normalen” Freunde.

Strammer Bursche: Die Muskel-Mäuse strotzen nur so vor Kraft.

Bild: John Hopkins University, Baltimore

Nachdem vor einigen Jahren bereits entdeckt wurde, dass das Protein Myostatin das Muskelwachstum bremst, haben Molekularbiologen es in einigen Mäusen unterdrückt. Und dann, “Pähmm”: Die Nager haben mal eben das doppelte an Muskelmasse zugelegt. Lee ging jetzt noch ein Schritt weiter. Den bereits schon massigen Mäusen gab er das Eiweiß Follistatin. Und wieder, “Booom”: Die Mäuse bekamen erneut doppelt so viele Muskelpackete. Das macht schon viermal stärker! Sein spezielles Training hat er im Online-Journal PLoS1 festgehalten.

Das Doping klappt auch bei Hunden, Schaafen und…tada…dem Menschen. Die Forscher fürchten jetzt, dass diese Methode für den Sport weitererforscht werden könnte – Doping erster Kajüte. Vorranging hoffen sie aber, dass die neuen Ergebnisse helfen werden, krankhaften Muskelschwund zu heilen und Rehabilitationsphasen abzukürzen.